FAQ – meist gestellte Fragen

01 – Ist das kantonale Medien- und Informatik-Konzept für Gemeinden verbindlich?

Antwort: Das Medien- und Informatik-Konzept wurde vom Erziehungsrat am 12. Dezember 2018 verbindlich verabschiedet (vergl. Medienmitteilung). Es ist für alle Gemeinden im Kanton Schaffhausen verbindlich.

02 – Warum beruht das kantonale Konzept auf einem einzigen Betriebsystem?

Antwort: Das ist falsch. Das Konzept empfiehlt keine Plattform. Der Eindruck kann daher kommen, dass das Projekt in Hallau erwähnt wird. Jede Schulgemeinde kann unter Einhaltung des kantonalen Konzeptes einen eigenen Weg gehen. Es ist einfach wichtig, dass die geforderten Bedingungen erfüllt werden. Schaut man derzeit in die CH-Bildungslandschaft, führen allerdings nicht viele Wege an iPads vorbei (Vorteile Handling, Native-Apps, Preis, Verwaltung).

03 – Macht ein Systemwechsel von Windows zu iOS Sinn?

Antwort: Falls iOS gewählt wird, wird sicher ein intuitives System gewählt. Die Erfahrungen von allen Schulen, die bis jetzt damit arbeiten zeigen, dass keine Probleme bei Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern zu beobachten sind. Weiterhin werden Windows-10-Geräte im Einsatz stehen. Entscheidend ist das Learn-Management-System (LMS), welches mit der Office365-Plattform sowohl unter iOS als auch unter Windows läuft. (Betreffend Datenschutz siehe auch Frage 4.) Die Bedeutung des Betriebssystems nimmt zunehmend ab, da immer mehr Anwendungen webbasiert und unabhängig von der Plattform laufen.

04 – Warum will der Kanton eine 1:1-Situation schaffen?

Antwort: Nur in einer 1:1-Situation werden die Geräte persönlich und können mit dem ganzen Potential eingesetzt werden. Das Tablet als persönliches Arbeitsgerät, zwar verwaltet durch ein Mobile Device Management (MDM), aber offen wie ein privates Gerät, ist der Schlüssel zu den Anwendungen im Lehrplan 21. Heutige Geräte sind auf 1:1 ausgelegt (biometrische Entsperrung, Accounthinterlegung der Anwendungen etc.). Ob Windows 10, iOS oder Android, jeder/jede hat sein/ihr persönliches Gerät. Die 1:1-Situation ist also schon längst in der Gesellschaft angekommen.

05 – Warum setzt der Kanton auf die Cloud-Lösung Office365?

Antwort: Office365 ist in der Arbeitswelt der Standard. Es macht Sinn, die Schülerinnen und Schüler in dieser Welt zu schulen. Office365 bietet für die Schule viele Vorteile, insbesondere auch im Hinblick auf das kooperative Arbeiten im Team. Educa.ch hat mit Microsoft einen Rahmenvertrag für die Nutzung von Office365 in den Primar- und Sekundarschulen unterzeichnet. Geregelt werden darin rechtliche Aspekte wie das anwendbare schweizerische Recht und der schweizerische Gerichtsstand. Microsoft verpflichtet sich, die Daten in europäischen Ländern zu speichern, namentlich in Irland und Holland. Jede Schule, die diese Dienste nutzen will, muss zusätzlich eine Beitrittserklärung unterzeichnen.

06 – Warum bietet der Kanton keine Sammelbeschaffungen von Geräten an?

Antwort: Weil der Kanton keine Vorgaben bei der Gerätewahl macht.
Umfassende Abklärungen durch den Kanton haben gezeigt, dass die Edu-Varianten von z.B. Microsoft- oder Apple-Geräten auch in hohen Stückzahlen quasi gleich viel kosten. Hier sind die Preise schon sehr eng kalkuliert. Bitte vergleichen Sie auch: Kapitel Kostenvergleich.

07 – Warum müssen Beamer und Visualizer durch Screens ersetzt werden?

Antwort: Achtung – funktionierende Beamer müssen nicht sofort ersetzt werden. Für Neubeschaffungen müssen aber Screens ins Auge gefasst werden. Diese sind – allf. mobil – sehr viel schneller, bieten ein besseres Bild und sind unter dem Strich günstiger. Eine Cast-Lösung (Chrome-Cast, Microsoft-Screencast, Apple-TV) kann auch an einem Beamer angebracht werden.
Schulen, die mit Tablets arbeiten, können gänzlich auf Visualizer verzichten. Tablets übernehmen deren Funktion und erweitern diese sogar. Daraus resultiert, dass bestehende Visualizer in Zukunft nicht ersetzt werden müssen.

08 – Weshalb bietet der Kanton keine Umsetzungshilfen an?

Antwort: Das tut er. Diese Webseite sowie die persönliche Beratung der Schulgemeinden ist vorhanden. Die Gemeinden sind aber für die lokale Umsetzung verantwortlich und müssen da ihren Betrag leisten. Vergl. „Schritt-für-Schritt“

09 – Lange Zeit wurde nichts von uns verlangt und jetzt soll in einem halben Jahr alles umgekrempelt werden?

Antwort: Das ist nicht korrekt. Es wurde bis anhin sehr wohl etwas verlangt. So wurden im ICT-Konzept von 2008 betreffend Infrastruktur, Fachkompetenz der Lehrpersonen und Einsatz von Computern im Unterricht klare Forderungen formuliert. Die Gemeinden und Lehrpersonen, welche das ICT-Konzept von 2008 umgesetzt haben, können mit wenig Aufwand starten.
Der Kanton hat via Wochenbrief auf den Versuch Tablet-School.ch hingewiesen und zu Besuchen angeregt. Hallau ermöglicht seit November 2017 einen Einblick, wie ein Konzept mit mobilen Geräten umgesetzt werden kann. Schlussendlich zeigt ein Blick in die Schweiz (z.B. Konzepte der Kantone Zürich, Zug, Luzern, St.Gallen, Aargau etc.) schon seit einiger Zeit, womit man auch im Kanton Schaffhausen rechnen durfte.
Der Kanton begleitet seit einigen Monaten die Gemeinden beratend.

10 – Wo lernen die Lehrpersonen, wie man mit den mobilen Geräten unterrichten muss?

Antwort: Die MIA-Ausbildung durch den Kanton wird hier den nötigen Startschuss liefern. Weitere Angebote sind in der Schaffhauser LWB zu finden. Es hängt aber auch von der lokalen Behörde/Schulleitung ab, dass die Weiterbildung situativ angeboten wird (z.B. SchiLW). Der Kanton berät weiterhin und wird auch einen Teil des pädagogischen Supports übernehmen. Wir fordern aber auch jede einzelne Lehrperson auf, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und den Lehrplan 21 umzusetzen.

11 – Warum spricht man nur von Tablets und nicht auch von Laptops?

Antwort: Wir sprechen von Tablets, weil wir uns vom Bild des klassischen Laptops/Notebooks, welches vorwiegend für Office-Anwendungen eingesetzt wird, lösen wollen. Grundsätzlich meinen wir mobile Geräte, welche anhand ihrer Hardwareeigenschaften (Sensorik) einen sehr vielfältigen und kreativen Einsatz erlauben. Wir reden vom „digitalen Sackmesser“. Tablets haben vielen Bereichen Vorteile [mehr erfahren].
Gerade im 3. Zyklus zeigt aber ein Blick in die Schweiz gut, dass ein Medienraum mit klassischen Laptops/Desktop-Geräten weiterhin gewünscht und verwendet wird (z.B. für das Schreiben längerer Texte, für Projekte mit Maker-Peripherie etc.).

12 – Wie soll mit Tablets an längeren Texten gearbeitet werden, wenn keine Tastatur vorhanden ist?

Antwort: Es gibt diverse Tastaturmodelle im Zubehörhandel. Sehr zu empfehlen ist in unseren Augen ein vom Hersteller unabhängig einsetzbares Tastaturmodell, welches (ein Klassensatz fürs Schulhaus reicht) für die besonders schreibintensiven Einsätze ausgeliehen werden kann.

Multi-Device-Tastatur (iOS, Android, Windows). Vergl. https://youtu.be/Q6ucim7CYGg

13 – Wie sinnvoll ist eine akribische Umsetzung des MI-Konzepts, wenn die Inhalte in ein paar Jahren allenfalls wieder angepasst werden müssen?

Antwort: Wir wissen, dass wir die technische Entwicklung nicht über 10 Jahre hinaus voraussagen können. Das darf uns aber nicht daran hindern, die Herausforderungen der Gegenwart anzunehmen. Die Infrastruktur-Aspekte bilden ja nur einen Teil des MI-Konzepts, der wichtigere Teil sind die pädagogischen Überlegungen, welche hinter dem Konzept stehen. Diese umzusetzen ist unsere Absicht – mit den jeweils aktuell zur Verfügung stehenden Werkzeugen. Im Übrigen gehen wir im Konzept von einer Amortisationsfrist für die Schülergeräte von 5 Jahren aus, was durchaus normal ist.

14 – Wie werden die Eltern bei der Nutzung der persönlichen Geräte zu Hause mit einbezogen?

Antwort: Sobald sich eine Schule dazu entschliesst, den Schülerinnen und Schüler ihr persönliches Schulgerät nach Hause mitgeben zu wollen, sollte sie mit den Schülerinnen und Schülern eine „Charta“ erarbeiten, an welche sich diese zu halten haben. Darin enthalten sind nicht nur die Regeln, sondern auch allfällige Massnahmen bei deren Nichtbeachtung oder beim Verlust eines Gerätes. Sowohl die Eltern als auch die Schülerinnen und Schüler bezeugen ihr Einverständnis durch ihre Unterschrift. Ein Beispiel für eine solche „Charta“ finden Sie unten. Ausserdem sollte die Schule die Eltern an einem Elternabend vorgängig darüber informieren. Dabei sollten folgende Themen zur Sprache kommen: Lernen und arbeiten mit mobilen Geräten im Unterricht, Charta, Content-Kontrolle, Versicherung, Ausserschulischer Lernort, Verantwortungsbereiche von Schule und Erziehungsberechtigten.

15 – Wie geht man mit Eltern um, die sich gegen WLAN wehren?

Antwort: Die Wissenschaft kann die Gefahr von WLAN-Strahlung nicht nachweisen. Sie ist ausserdem wesentlich tiefer als bei Smartphones oder DECT-Telefonen. Dennoch kann es sein, dass sich elektrosensible Menschen dadurch beeinträchtigt fühlen. Die Schule hat das Recht, ihre technische Infrastrukur gegen den Willen einzelner Eltern auszubauen.
Es ist sinnvoll, den Eltern die technische Konzeption des WLANs zu erklären (allf. zusammen mit der Support-Firma). Erfahrungen aus dem Kanton Schaffhausen aber auch aus anderen Kantonen zeigen, dass es wenig Widerstand gibt. Ist er da, muss man ihn ernst nehmen und transparent informieren (vergl. auch Broschüre Stadt Zürich).

16 – Wir verwenden eine VDI-Lösung. Was nun?

Antwort: VDI für Desktop- oder Laptopgeräte bzw. Zero-Client kann eine mögliche Lösung sein. Für Tablets im 1:1 Einsatz ist diese Lösung aber nicht zielführend. Weiter muss mit der Support-Firma geklärt werden, ob der Office365 Tenant problemlos auf beiden Lösungen läuft.

17 – Warum wird eine Bring-Your-Own-Device (BYOD) nicht in Betracht gezogen?

Antwort: Das Konzept geht auf diese Fragestellung ein. An der Volksschule empfehlen wir dieses Modell nicht (vergl. Link ins Konzept). BYOD kann an der Sek II hingegen durchaus Sinn ergeben.

18 – Im Konzept steht, dass 5. und 6. Klassen im Sommer 2019 ausgestattet sein müssen. Warum spricht man dann von Februar 2020?

Antwort: Für die Umsetzung im Schuljahr 19/20 lässt der Erziehungsrat folgenden Spielraum zu: Es können Lektionen im kommenden Schuljahr abgetauscht werden, damit im ersten Semester 19/20 noch kein MI-Unterricht stattfinden muss, im zweiten Semester dafür mit einer Doppellektion. Somit haben die Gemeinden die Möglichkeit, Geräte regulär ins Budget zu nehmen.
Über diesen Umstand wurde die Schulpräsidenten und Schulreferenten anlässlich der Informationsveranstaltung Ende November 2018 informiert.

19 – Warum setzt das Konzept am 3. Zyklus weiterhin auf einen PC- bzw. Multimediaraum?

Antwort: Multimediaräume werden daher in Zukunft noch eine Rolle spielen, weil diese z.B. für Projekt- oder Profilierungsunterricht verwendet werden können/müssen. Auch zeigt sich, dass gewisse Anwendungen an einem grossen Bildschirm zielführender sind. Die Entwicklungen bei den mobilen Geräten zeigt in die Richtung, dass diese an einen Bildschirm angeschlossen zu einem Desktopgerät mutieren.
Multimediaräume können auch den Zweck eines MakerSpace haben.
Während der Umsetzungsphase kann es sich lohnen, den Multimediaraum mit bestehenden, vielleicht in den Schulzimmern durch den 1:1 Einsatz nicht mehr benötigten Geräten auszustatten. Dieser Prozess ist in der Schritt-für-Schritt-Anleitung abgebildet.

20 – Wie regelt man die Versicherung der von der Schule gekauften Geräte?

Antwort: Grundsätzlich sind Schäden über die Haftpflichtversicherung der SuS gedeckt, v.a. dann, wenn diese Schäden ausserhalb der Schule auftreten. Eine Schulgemeinde kann bei einer Versicherungsgesellschaft eine Bruchversicherung abschliessen. Diese kann i.d.R. pauschal abgeschlossen werden und es kann der Selbstbehalt ausgeschlossen werden. Es ist jeder Gemeinde freigestellt, ob sie eine Versicherung abschliessen will oder nicht. Grundsätzlich gehen sehr wenig Geräte kaputt und es fragt sich, ob eine Versicherung wirklich notwendig ist.
Es ist zu empfehlen, Schadensfälle in der Charta zu regeln. Ein Beispiel aus dem Kanton Zürich:
https://www.eduzis.ch/documents/32/iPad_Nutzungsvereinbarung_V16.08.20.pdf